Vertiefungen HLW

VertiefungsbereicheJeder Vertiefungsbereich besteht aus Grundmodulen im 2. und 3. Jahrgang. Im 4. und 5. Jahrgang haben die SchülerInnen die Möglichkeit, sich für ein Wahlmodul zu entscheiden.

Die Vertiefung Soziales bietet ein weitgefächertes Angebot an interessanten Themen, die das Zusammenleben von Menschen in Gesellschaft und Staat betreffen.

„Sozial“ – das kann bedeuten: dem Gemeinwohl und der Allgemeinheit dienend, menschliche Beziehung in der Gesellschaft fördern, wirtschaftlich schwächere Personen stützen. Die Vermittlung von diesbezüglichem fachlichem Wissen hinsichtlich sozialer, wirtschaftlicher, psychologischer und rechtskundlicher Kompetenzen geht dabei Hand in Hand mit einer Sensibilisierung für ethische Werte, Persönlichkeitsbildung und Stärkung der Allgemeinbildung. Dadurch soll auch der eigene Reifungsprozess vorangetrieben und der Blick auf das soziale Zusammenleben geschärft werden.

Eine unerlässliche Schlüsselkompetenz, die Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg gegeben wird, ist die Förderung der Fähigkeit, sich in ein Team eingliedern zu können, um vereinbarte Ziele gemeinsam zu erreichen und Arbeitsprozesse zu optimieren. Für Unterrichtsprojekte oder vorwissenschaftliches Arbeiten ist es außerdem von großem Vorteil, Kompetenzen wie Verlässlichkeit, Ausdauer und Solidarität im Unterricht zu stärken und weiterzuentwickeln. Gefragt ist nicht zuletzt, sich mit traditionellen Grundhaltungen wie Höflichkeit und wertschätzendem Umgang zu befassen, Kompetenzen, die in der modernen Arbeitswelt mit ihren oft fachlich und persönlich herausfordernden Facetten von immer größerer Bedeutung sind. Der Vertiefungsbereich „Soziales“ bietet also eine breite Möglichkeit, diese von der Wirtschaft so sehr geforderten „soft-skills“ zu trainieren und zu perfektionieren.

Weiters bietet er eine interessante Möglichkeit, sich einen Überblick über Berufsmöglichkeiten im Sozialbereich zu verschaffen und so das eigene Interesse und die Eignung für einen „Sozialberuf“ auszuloten.

Der Unterricht erstreckt sich vom zweiten bis zum fünften Jahrgang. In den ersten beiden Jahrgängen werden aus dem Blickwinkel der Psychologie und Rechtskunde soziale Themen beleuchtet. Dies betrifft im zweiten Jahrgang das große Feld der Kinder und Jugendlichen. Hier kommen die Schülerinnen und Schüler mit Themen wie Intelligenz- und Sprachentwicklung, Jugendschutz, UNO-Kinderrechtskonvention in Berührung. Im dritten Jahrgang erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblick in das Gesundheitswesen. Themen wie Gesundheitspsychologie, Sanitätsrecht oder das spannende Feld der Patientenverfügung werden erarbeitet. Im vierten und fünften Jahrgang besteht die Möglichkeit, in jedem Semester zwischen zwei „Unterrichtsmodulen“ auszuwählen, die von anderen Fächern (z.B. Deutsch, Ernährung, Geschichte, Geographie, Informatik, Religion etc) angeboten werden, wobei ein bestimmtes soziales Thema aus deren Perspektive behandelt wird. Soziales umfasst also eine Vielzahl an Betätigungsfeldern und wird an unserem Schulstandort interdisziplinär unterrichtet.

„Peer-Mediation“ ist eine ergänzende Zusatzqualifikation zur Vertiefung „Soziales“, bei der die „soft-skills“ mehr als deutlich zu tragen kommen.

Neben der im Unterricht gelernten Theorie ist vor allem die Praxis ein wesentliches Element in diesem Vertiefungsbereich, ganz nach dem Motto „Grau treuer Freund, ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum!“

Die Palette der Exkursions- und Lehrausgangsziele reicht vom Besuch eines Landeskindergartens, des Mutter-Kind-Hauses, des Johanneshauses, eines Seniorenwohnheimes, des Mütterstudios, des Rehab-Zentrums „Weißer Hof“, der Ausstellung „Dialog im Dunklen“ bis zum Besuch des Bestattungsmuseums.

Neben Lehrausgängen und Exkursionen besteht auch die Möglichkeit, fächerübergreifende Projekte zu initiieren. Dies können beispielsweise berufspraktische Tage in einer sozialen Einrichtung sein (z.B. Turmhof der Caritas in Retz) oder Kooperationsprojekte wie zum Beispiel mit der Obdachloseneinrichtung „Die Gruft“.

Sofern es die Klassen wünschen, werden auch Auslandsorganisationen organisiert, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und auch andere soziale Einrichtungen kennenzulernen.

 

„Wellness“ hat die Aufgabe, Bewusstseinsbildung in Bezug auf eigene gesundheitsrelevante Verhaltensweisen zu ermöglichen. Es werden Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt, die die Bedeutung von Ernährung, Bewegung und Entspannung für den persönlichen und beruflichen Erfolg bewusst machen. Eine fundierte Basis für Wellnessberufe wird gelegt.

Bildungs- und Lehraufgabe

Der Schüler/die Schülerin soll

  • Basiswissen als Voraussetzung für Wellnesstraining erarbeiten
  • Spezialwissen über Nähr- und Wirkstoffe, Nahrungs- und Genussmittel im Bezug auf Fitness bzw. Prävention erwerben
  • zur kritischen Auseinandersetzung als Konsument angeleitet werden
  • Gesundheits-, Körper-, Ernährungsbewusstsein durch Analyse der eigenen Lebensgewohnheiten entwickeln und sein persönliches Konzept erarbeiten und umsetzen können.

Lehrstoff

Grundlagen für Gesundheit und Lebensfreude, Voraussetzungen für physische und psychische Leistungsfähigkeit.

Trainingslehre. Cardio-Fitness, Ausdauerarbeit. Krafttraining. Sportmotorische Tests. Flexibilität, Stretching. Entspannung. Medical-Wellness, ärztliche Kontrolluntersuchungen. Muskelfunktionstests. Trainingsanamnese.

Ernährungsphysiologie und Lebensmitteltechnologie.

Stoffwechsel. Energie- und Nährstoffbedarf. Prävention. Supplimente. Lebensmittelgesetz und EU. Beratungsgrundlagen.Trends am Ernährungssektor. Wellnessbetriebe, Wellnessberufe.

Einstiegsvoraussetzungen für Wellness

Wichtige Anforderungen sind:

  • Freude an Bewegung
  • Bereitschaft, körperliche Leistungen zu erbringen
  • gute Kondition
  • Bereitschaft zu bewusster Ernährung
  • körperlicher Eignungstest im Sportunterricht des 1. Jahrgangs der HLW:
  • Coopertest: weibl. Jugend: 2000 m in 12 Min., männl. Jugend: 2000 m in 10 Min.
  • Ausdauer: 30-Min.-Lauf – optimale Herzfrequenz – Dauermethode
  • Schwimmen – 100 m in 2 Min. 30 Sek.
  • Kraft: weibl. Jugend:10 Liegestütz, männl. Jugend: 15 Liegestütz. 30 Crunches. Einbeinige Kniebeugen li./re.
  • Flexibilität: Stretching (Sitz, Stand)
  • Koordination: 3 Bälle: Jonglieren li., re, je eine Kaskade
  • Schnelligkeit: weibl. Jugend: 60 m in 10,5 Sek.,männl. Jugend: 60 m in 10 Sek.

Wer diese Grundvoraussetzungen beim ersten Prüfungstermin nicht erfüllt, kann den Test einmal wiederholen. Wird er nicht bestanden, muss ein anderer Ausbildungsschwerpunkt (Sozialverwaltung, Spanisch) gewählt werden.

Organisatorisches

Mit Kostenbeiträgen für sportärztliche Untersuchungen, Leihmaterial, Exkursionen und Fachvorträge von Experten ist zu rechnen (ca. € 150,- im 2. Jahrgang, € 70,- bis € 100,- in den weiteren Jahren). Der Unterricht wird von Sportlehrern, Ernährungswirtschaftslehrern und den Biologielehrern in Zusammenarbeit mit der Schulärztin und einem Sportmediziner gestaltet. Für ausgewählte Themenbereiche sind Exkursionen, Lehrausgänge, Vorträge und Diskussionen mit Gastreferenten vorgesehen. Z.B.: Schnuppertag in der Therme Laa.

Die SchülerInnen der fünfjährigen Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in Hollabrunn erstellen im Ausbildungsschwerpunkt Ernährung & Wellness Projektarbeiten und Themenschwerpunktsarbeiten aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Entspannung und präsentieren diese im Rahmen ihrer Reife- und Diplomprüfung. Im dritten Jahrgang absolvieren sie ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum, möglichst in einem Wellnessbetrieb. Das erarbeitete Wissen und Können wird im Rahmen von praktisch-methodischen Übungen und Lehrauftritten umgesetzt und überprüft.

Mögliche Zusatzqualifikationen für besonders engagierte SchülerInnen:

Wellnesstrainer-Assistent

Nach erfolgreich absolvierter Prüfung, die gemeinsam mit dem WIFI stattfindet, werden die Module I und II – der vom WIFI NÖ angebotenen Ausbildung zum Wellnesstrainerassistenten – angerechnet und berechtigen zum Einstieg in das Modul III der Ausbildung zum Wellnesstrainer beim WIFI St. Pölten. Prüfungs-gebühr ist zu entrichten.

Lehrwart für allgemeine Körperausbildung und Animation

Für geeignete SchülerInnen findet ein zweiwöchiger Kurs (3. u.4. Jahrgang) gemeinsam mit der Sportakademie Linz als Ausbildung zum „Lehrwart für allgemeine Körperausbildung und Animation“ statt. Kostenbeitrag durch die SchülerInnen ist erforderlich.

Voraussetzungen, Kompetenzen und spätere Einsatzbereiche

Du hast Mut zur Kreativität, vielfältige Ideen und Lust auf Neues? In der Kreativwerkstatt wirst du in unterschiedlichsten künstlerischen Bereichen individuell gestärkt und arbeitest im Team an kreativen Prozessen. Die Ergebnisse deiner grafischen, handwerklichen, kulinarischen, performativen oder schriftstellerischen (…) Arbeit werden im Rahmen von Vernissagen, Aufführungen und öffentlichen Präsentationen publikumswirksam. Deine Persönlichkeit wird gestärkt, deine Teamkompetenzen werden ausgebaut, deine Kritikfähigkeit wird geschult und du erlangst einen vielseitigen Zugang zu deiner individuellen Ausdrucksfähigkeit. Das Team aus SchülerInnen und LehrerInnen vereint Ideenreichtum, schöpferische Kraft und Interesse im Bereich der kulturellen Entfaltung. Stärken und Talente werden entdeckt oder gezielt gefördert. Ihr werdet dazu motiviert, künstlerische Freiheiten zu leben und selbige anderen zu eröffnen.

In Kooperationen mit MalerInnen, FotografInnen und SchauspielerInnen (…) wird der konventionelle Schulunterricht aufgebrochen und du begreifst dich in Projekten als AkteurIn in der Kunst- und Kulturszene. Zahlreiche Exkursionen erweitern deinen künstlerischen Horizont.

Neben sozialer und technischer Kompetenz bildet die Kreativität eine jener drei Säulen, die unser zukünftiges Berufs- und Privatleben bestimmen und gestalten werden. Die Kreativität steht zudem an der Basis jedes lösungsorientierten Handelns. Sie provoziert und produziert Weiterentwicklung, da dir die Möglichkeit vielfältiger Denkprozesse erlaubt, Vorgegebenes zu hinterfragen und Neuartiges entstehen zu lassen.

Programm

Im zweiten und dritten Jahrgang der HLW werden planmäßige Lehrinhalte um folgende kreative Bereiche erweitert:

2. Jahrgang: Sprachwerkstatt (Medienanalyse, Drehbuch, Kreatives Schreiben,…) Theaterwerkstatt (Improvisationstheater, Schattentheater,…) Handwerkstatt (Drucktechniken, Buchbinden,…)

3. Jahrgang: Kochwerkstatt (Patisserie, Internationale Küche,…) Bildwerkstatt (Fotografie, Malerei, Digitales Zeichnen,…) Bewegungswerkstatt (Spielkreationen, Choreographieren,…)

Für den 4. und 5. Jahrgang entscheidest du dich zwischen zwei Modulen:

Performance (Theater, Musical, Puppenspiel, Lesungen,…) Mediengestaltung (Ausstellungen, Buchprojekte, Werbung,…)

Nur im Rahmen der Kreativwerkstatt habt ihr die Möglichkeit, im 3. Jahrgang die Zusatzqualifikation „KulturvermittlerIn“ zu belegen.

Exkursionen

HAMBURG- HANSESTADT IM GLÜCK

Die Jugendlichen der Vertiefung Kreativwerkstatt lernten die Metropole Hamburg im Rahmen einer Exkursion mit Schwerpunkt „Fotografie“ aus besonderen Blickwinkeln kennen. Neben beeindruckenden Fotografien sind auch lyrische Zeilen entstanden:

Hansestadt im Glück

Über Jungfernstiegen klettern wir dem Sonnenaufgang heut entgegen, photophil zwischen Elbe und der Harmonie. Wir lichten Erinnerungen ab des Ohlsdorfs Friedhofs wegen, eine Woche lang Hafenstadtphotographie.

Blende, Zeit, Belichtung- Stück für Stück- ins hanseatisch Glück.

Auf der Reeperbahn nachts um halb zwei, bei ISOhoch Lichter rot mit uns spazieren gehen, Schifffahrtslandungsbrückenneckereien, Welten wunderminimal im kleinen Maßstab sehen.

Blende, Zeit, Belichtung- Stück für Stück- ins hanseatisch Glück.

Auslöser lösen nun Gefühle aus binnen Alster und ein paar Sekunden, statische Stative, subjektive Objektive und Portraitblick im Gesicht. Wir fahren händehaltend Pater-Noster-Runden, im Museum zaubern Curry und Curcuma ein Gewürzgedicht.

Blende, Zeit, Belichtung- Stück für Stück- ins hanseatisch Glück.

Kräne, Werften- AV, TV, M im Abendrot, Moin, moin, Wien – Hamburg, Nachtzugliegen, Elbenboot im Perspektivenlot, wenn wir mit Aladdin im Takt auf buntem Teppich fliegen.

Blende, Zeit, Belichtung- Stück für Stück- ins hanseatisch Glück.

(Fotos: http://hlwhollabrunn.ac.at/web/hansestadt-im-glueck/)

Projekte: HIGH SCHOOL MUSICAL

Die SchülerInnen der HLW Hollabrunn durften unter der Leitung von Mag. Michael Wirthner und Mag. Barbara Hüller-Lichtenegger ein weiteres Mal ihr Können unter Beweis stellen. Im ausverkauften Stadtsaal überzeugte sich das Publikum aus Wirtschaft, Politik und anderen Schulen von der spektakulären Inszenierung des Musicals „HIGH SCHOOL MUSICAL“ und der überragenden Leistung der jungen SchauspielerInnen und SängerInnen.

Es ist für Lehrende, Eltern und Jugendliche jedes Jahr aufs Neue erstaunlich, welche Entwicklung die kreativen SchülerInnen von der ersten Probe bis zum tatsächlichen Auftritt machen. Die konzentrierte und freudvolle Zusammenarbeit führte schlussendlich wieder zu einer unglaublich erfolgreichen und unterhaltsamen Aufführung, die mit tosendem Applaus und Standing Ovations belohnt wurde.