Glück – was ist das eigentlich? Am 28.5. fand in der 5. und 6. Stunde im Turnsaal für mehrere HLW-Klassen der Vortrag „Happiness. Von der Kunst im Alltag glücklich zu sein“ statt. Die ursprüngliche Idee war es, den SchülerInnen der 4. Klassen mithilfe des Beitrags eines Glücksforschers die Gelegenheit zu bieten, das im Unterrichtsfach „Psychologie und Philosophie (PUP)“ relevante Thema „Glück“ aus einer aktuellen wissenschaftlichen Perspektive kennenzulernen. Zu den Klasen 4ABCD HL, die seit diesem Schuljahr PUP-Unterricht haben, sind in weiterer Folge noch die Klassen 3D von Frau Mag. Tiefenbacher und die Wellness-Gruppe der 2A von Frau Mag. Petricek hinzugekommen.

Der in Wien lebende Psychologie-Absolvent Michael Mitterwallner, MSc geht in seinem Doktorat der Frage nach, welche subjektiven Glücksstrategien der Mensch im Alltag verfolgt. Sein Interesse für die sogenannte „Positive Psychologie“ wurde durch die Begleitung einer Pilotstudie zur Erfassung des Wohlbefindens in Österreich geweckt. Auch in seiner parallel zum Doktoratsstudium laufenden Ausbildung zum Verhaltenstherapeuten geht es dem jungen Forscher nicht nur um die Behandlung von Leidenszuständen, sondern vielmehr um ein Unterstützungsangebot zur Entfaltung des individuellen Glückspotentials.

Im Vortrag erfuhren die SchülerInnen unter anderem, dass die Lebenszufriedenheit in Österreich einer aktuellen europäischen OECD-Studie zufolge auf einer Skala von 1-10 bei 7-8 liegt („Better Life Index“).

Mitterwallner demonstrierte den SchülerInnen anschaulich mit Verweis auf entsprechende Studien, dass unser Glücksempfinden – wie erwartet – zu einem Gutteil eine Mischung aus Anlage und Umwelt ist. Interessant ist aber, dass wir unser Glück zu einem nicht unerheblichen Teil auch selbst in der Hand haben. Mitterwallner konnte schließlich den vagen, schillernden Begriff „Glück“ auf die durchaus brauchbare Formel „GLÜCK = 50% GENETIK + 10% LEBENSUMSTÄNDE + 40% BEWUSSTE AKTIVITÄTEN“ herunterbrechen.

Was macht uns denn nun wirklich glücklich? Der Vortragende versucht diese Frage zu beantworten, indem er konkrete Glücksstrategien benennt. Einige davon erläuterte er den SchülerInnen in seiner mitreißenden, jugendlich-frischen Art näher. Zum einen ist das die aktive Förderung unserer sozialen Beziehungen. Kleine Gesten wie Umarmen, Zuzwinkern oder Komplimente können Wunder wirken. Ein weiterer Aspekt ist die Pflege von Partnerschaften, wobei das richtige Verhalten beim Streit (nicht eskalieren, sondern auf konkrete Konfliktquellen fokussieren!) eine entscheidende Rolle für das Beziehungsglück spielt. Außerdem sollte man das ewige Grübeln abstellen, da es negativen Emotionen viel zu viel Gewicht zukommen lässt, wodurch die Erarbeitung von Lösungsstrategien auf der Strecke bleibt. Als weiteres Glücksmoment kann die Fähigkeit, mit sich selbst befreundet zu sein, gelten, d.h. sich selbst nicht abwertend-kritisch, sondern unterstützend anzuerkennen. Zudem können bewusste Glücksaktivitäten wie Dankbarkeits-Besuche oder Dankbarkeits-Briefe, aber auch Meditation bzw. Atemtechniken das subjektive Glück positiv beeinflussen.

Am Ende des Vortrags überreichte die Organisatorin Frau Mag. Feichtinger dem Vortragenden zum Dank und als symbolische Geste einen von allen teilnehmenden LehrerInnen und SchülerInnen unterzeichneten Glücksspruch sowie Glückskekse. Nach einem Abschiedsfoto und der persönlichen Beantwortung einiger Fragen durch interessierte SchülerInnen wurden alle gut gelaunt in die Mittagspause entlassen.

Judith Feichtinger

Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo
Google Photo