Bei heftigstem Schneetreiben und folglich sehr speziellen Verkehrsverhältnissen starteten wir am 28. Jänner unsere viertägige Spurensuche, die uns nach Krakau führte. Dank unseres erfahrenen Buschauffeurs Franz erreichten wir unser Reiseziel trotz der widrigen Wetterumstände gut und konnten es uns im Hotel, das wir fast zur Gänze belegten, gemütlich machen.

Den darauffolgenden Tag verbrachten wir mit unserer Kulturvermittlerin Margarethe in der Krakauer Innenstadtmit. Am Vormittag spazierten wir durch Kazimierz, besuchten die Remuh-Synagoge und den angeschlossenen jüdischen Friedhof, durften Originaldrehorte des Filmes „Schindlers Liste“ entdecken und erfuhren sehr viel über das Leben der jüdischen Bevölkerung in Krakau.

Anschließend führte uns Margarethe in das ehemalige Ghetto im Stadtteil Podgórze, wo sie uns am Platz der Ghettohelden die traurigen historischen Details erzählte. Gemeinsam gingen wir nun in die Lipova-Straße, wo sich Oskar Schindlers Emailwarenfabrik befand. Dort besuchten wir die Ausstellung, die einen sehr guten Einblick in die Okkupationszeit Krakaus im Zweiten Weltkrieg gewährte. Da die Schülerinnen und Schüler bereits im Herbst im Rahmen des Workshops mit Erika Rosenberg, der Biografin Oskar und Emilie Schindlers, viel über diese Persönlichkeiten erfahren konnten, bekamen sie nun aufgrund dieses Besuches Bilder zu den theoretischen Inhalten.

Nach einer kurzen Mittagspause führte uns Franz wieder in die Krakauer Altstadt. Dort bestiegen wir den Wawel-Hügel, besichtigten die Kathedrale, brachten unsere Wünsche bei der Sigismund-Glocke vor und bewunderten die prächtig ausgeschmückte Kirche. Nun ging es wieder hinunter und auf dem Weg der Könige in Richtung Hauptmarkt, wo wir den knapp 40.000m2 großen Marktplatz mit den typischen Tuchhallen in der Mitte bestaunen konnten. Während wir auf die Eintrittstickets zur Marienkirche, dem Wahrzeichen Krakaus, warteten, konnten wir eine weitere Attraktion Krakaus sehen und hören. Zu jeder vollen Stunde spielt ein Trompeter vom Hauptturm der Marienkirche eine kurze Weise in alle vier Himmelsrichtungen, die jedoch abrupt abbricht. Diese Tradition soll an den Mongolenangriff erinnern, bei dem der Trompeter mit einem Pfeil erschossen wurde.

Nach diesen vielen gewonnenen Eindrücken fuhren wir zum Hotel zurück und ließen uns unser Abendessen gut schmecken. Einige wenige Unermüdliche wagten nach dem Abendessen nochmals den Weg in die Innenstadt und konnten so Krakau bei Nacht erleben.

Am Mittwoch ging es im Vergleich zum Vortag sehr ruhig zu, denn es stand der Besuch des naheliegenden Salzbergwerkes Wieliczka, das sich bereits auf der ersten Liste der UNESCO Weltkulturerbestätten 1978 befand, am Programm. Die zweistündige Führung unter Tag war sehr beeindruckend und der hohe Salzgehalt der Luft bewirkte eine merkliche Verbesserung bei den Verschnupften. Franz ließ uns anschließend beim Wawel aussteigen und gemeinsam statteten wir noch einem weiteren Wahrzeichen Krakaus einen Besuch ab, nämlich dem feuerspeienden Drachen, der die Stadt bedrohte und von König Krak durch eine List besiegt wurde.

Am Nachmittag konnten die Mädels und Burschen der beiden Klassen die Krakauer Innenstadt auf eigene Faust erkunden und die Zeit für Souvenierkäufe, gemütliche Kaffeehaustratscherl und weitere Besichtigungen nutzen.

Am Donnerstag mussten wir schon um halb 6 aufstehen, da um halb neun bereits die Museumspädagoginnen in Auschwitz auf uns warteten. In Oświęcim besichtigten wir das ehemalige Konzentrationslager. Den beiden Kulturvermittlerinnen gelang es mit sehr viel Einfühlungsvermögen und umfassendem Wissen die Schülerinnen und Schüler in diese sensible Thematik ein- und ihnen die Schrecken des NS-Regimes vor Augen zu führen. Im Anschluss an die zweistündige Führung in Auschwitz fuhren wir nach Birkenau, wo wir neben der Besichtigung der Anlage weitere historische Fakten erfuhren, die mit Zeitzeugenberichten belegt wurden.

Genauso wie Erika Rosenberg ihren Einführungsvortrag zum anschließenden Workshop in der Schule beendet hat, schlossen auch die beiden Pädagoginnen die dreieinhalbstündige Führung mit den Worten: Niemals vergessen!

Die Schülerinnen und Schüler und auch wir Lehrerinnen waren und sind uns darüber einig: es liegt in der Hand unserer Generation und in der der nachkommenden, so etwas nie wieder geschehen zu lassen.

Mag. Eva Kerschbaum – 3BHL und Dr. Cornelia Künstler – 3DHL

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